Kurz vorweg: LinkedIn veröffentlicht für LinkedIn Recruiter keinen Listenpreis. Auf der offiziellen Produktseite heißt es, die Preise „variieren je nach den Anforderungen Ihres Unternehmens, wie etwa Unternehmensgröße und Anzahl der Recruiter-Lizenzen“ – du bekommst also ein Angebot über den Vertrieb. Auch für die kleine Variante Recruiter Lite steht auf den öffentlichen Seiten keine Zahl; der Preis erscheint erst im eingeloggten Kaufprozess. Was LinkedIn dagegen klar benennt, sind die Funktionsunterschiede – und die entscheiden meistens, welche Variante für dich passt.
Dieser Beitrag ordnet ein, was LinkedIn Recruiter ist, worin sich Recruiter Lite und Recruiter (Corporate) unterscheiden und wo du den aktuellen Preis selbst nachsiehst. Stand: 19. September 2026, alle Funktionsangaben aus den LinkedIn-Quellen, die jeweils verlinkt sind.
Was ist LinkedIn Recruiter?
LinkedIn Recruiter ist das kostenpflichtige Recruiting-Werkzeug aus den LinkedIn Talent Solutions. Es ist kein Zusatz im normalen LinkedIn-Profil, sondern eine eigene Oberfläche: eigene Suche, eigenes Postfach, eigene Projekte. Laut business.linkedin.com – LinkedIn Recruiter bekommst du damit Zugang zum „Fach- und Führungskräfte-Pool auf LinkedIn“, „über 40 erweiterte Suchfilter“, „bis zu 150 InMails pro Monat und Lizenz“ sowie „Kollaborations- und Analysetools, die Ihr Team nutzen kann“ und „Integrationen mit BMS und anderen LinkedIn Produkten“.
Der Kern ist immer derselbe: Du suchst Menschen, die sich gar nicht beworben haben, und schreibst sie per InMail direkt an – ohne ihre E-Mail-Adresse zu kennen und ohne mit ihnen vernetzt zu sein.
LinkedIn Recruiter Lite: die kleine Variante
Recruiter Lite ist die Einstiegsstufe. LinkedIn beschreibt sie auf business.linkedin.com – Recruiter Lite als Lösung für Organisationen, die „nur wenige Beschäftigte pro Jahr einstellen und grundlegende Sourcing-Funktionen benötigen“.
Die Eckpunkte laut LinkedIn:
- InMails: „30 pro Lizenz“ und Monat. Zusätzliches Guthaben lässt sich in 10er-Paketen kaufen, bis zu 70 weitere pro Platz; die Obergrenze liegt laut Hilfeartikel bei 120 InMails pro Platz und Monat, und gekaufte Credits verfallen nicht, sind aber kontoweit geteilt (linkedin.com/help – Erwerb von zusätzlichem InMail-Guthaben).
- Suchfilter: „mehr als 20 Filter“ wie Kenntnisse oder Berufserfahrung (linkedin.com/help – Recruiter Lite – Übersicht).
- Netzwerkreichweite: Kontakte bis zum 3. Grad – also direkte Kontakte sowie Kontakte 2. und 3. Grades.
- Team: ein Team von bis zu fünf Recruiter:innen, eine Lizenz ist enthalten, weitere kosten extra.
- Trennung vom Privatprofil: Nachrichten, Suchen und Stellenanzeigen laufen getrennt von deinem persönlichen LinkedIn.
Eine Einschränkung nennt LinkedIn ausdrücklich: Recruiter Lite steht Mitgliedern in China derzeit nicht zur Verfügung.
Recruiter Lite vs. Recruiter (Corporate)
Die offizielle Produktvergleichsseite von LinkedIn stellt Jobs, Recruiter Lite und Recruiter nebeneinander. Die Unterschiede, die dort benannt werden:
Merkmal | Recruiter Lite | Recruiter |
|---|---|---|
InMails | 30 pro Lizenz und Monat | unbegrenzte Nachrichten pro Lizenz und Monat |
Suchfilter | mehr als 20 Filter (Hilfeartikel) | über 40 erweiterte Suchfilter |
Netzwerkreichweite | bis 3. Grad | Zugang zum gesamten Pool |
Analysen | Standard | erweitert |
Team | bis zu 5 Personen, kostenlose Lizenzen für Personalentscheider:innen | Kollaborations- und Analysetools fürs Team |
ATS-/BMS-Anbindung | – | Integrationen mit BMS und anderen LinkedIn Produkten |
Zwei Hinweise zur Ehrlichkeit dieser Tabelle: Die Zahl der Suchfilter gibt LinkedIn je nach Seite unterschiedlich an – die Produktvergleichsseite nennt für Lite auch „mehr als 40“, der Hilfeartikel „mehr als 20“. Und ein ATS (Applicant Tracking System) heißt bei LinkedIn BMS (Bewerbermanagementsystem); gemeint ist dasselbe: dein Bewerbersystem zieht die Kandidatendaten automatisch mit, statt dass jemand sie abtippt.
Was LinkedIn Recruiter kostet – und wo du den Preis siehst
Für Recruiter (Corporate) nennt LinkedIn keinen öffentlichen Preis. Die Produktseite verweist auf das Vertriebsteam, weil der Preis von Unternehmensgröße und Lizenzanzahl abhängt. Jede Zahl, die du dazu im Netz findest, ist eine Schätzung Dritter – wir geben sie hier bewusst nicht als Fakt aus.
Für Recruiter Lite gilt: Die öffentliche Produktseite wirbt mit „Jetzt kostenlos ausprobieren“ beziehungsweise „Try now for $0“, zeigt aber selbst keinen Betrag. Der Klickweg zum aktuellen Preis:
- Gehe auf business.linkedin.com/de-de/talent-solutions/recruiter-lite.
- Klicke auf den Button „Jetzt kostenlos ausprobieren“.
- Du landest auf der LinkedIn-Produktübersicht unter linkedin.com/premium/products. Diese Seite ist nur eingeloggt erreichbar – ausgeloggt siehst du nur die Anmeldemaske.
- Dort erscheinen Preis, Währung und Abrechnungszeitraum für deinen Markt und dein Konto.
Warum das wichtig ist: LinkedIn rechnet je nach Land in unterschiedlichen Währungen ab, Steuern kommen je nach Konto hinzu und Aktionspreise laufen aus. Eine Zahl aus einem Blog von vor einem Jahr – auch aus unserem – wäre für deine Budgetplanung wertlos. Sieh im Kaufprozess nach, bevor du kalkulierst.
Recruiter, Premium oder Sales Navigator?
Recruiter ist nicht dasselbe wie ein Premium-Abo. Premium ist ein Aufsatz auf dein persönliches Profil, Recruiter eine eigene Arbeitsumgebung fürs Einstellen. Welche Premium-Stufen es gibt und was sie können, haben wir in den LinkedIn-Kosten und Premium-Preisen aufgeschlüsselt.
Der nächste Nachbar ist der Sales Navigator: gleiche Idee, andere Zielgruppe. Er sucht Kaufinteressenten statt Kandidat:innen. Wenn du eigentlich Kund:innen gewinnen willst und nicht einstellen, ist Recruiter das falsche Werkzeug – die Einordnung dazu steht in Sales Navigator: sinnvolle Investition oder überbewertetes Vertriebstool?.
Für wen lohnt sich welche Variante?
Ohne Preisschild hilft die Frage nach dem Bedarf weiter. Die Funktionsunterschiede zeichnen ein klares Bild:
- Du stellst gelegentlich ein, allein oder zu zweit. 30 InMails im Monat reichen, wenn du gezielt ansprichst statt zu streuen. Recruiter Lite ist die Variante, die dafür gebaut ist – LinkedIn selbst adressiert damit Organisationen mit wenigen Einstellungen pro Jahr.
- Du besetzt laufend Stellen im Team. Sobald mehrere Menschen an derselben Pipeline arbeiten, zählen die Dinge, die Lite nicht hat: unbegrenzte InMails, erweiterte Analysen, die BMS-Anbindung. Hier führt der Weg zu Recruiter und damit über den Vertrieb.
- Du bist unsicher. Nimm den kostenlosen Test von Recruiter Lite und prüfe an deinen echten Suchen, ob die Filter und das InMail-Kontingent reichen. Das ist belastbarer als jede Tabelle.
Ein Hinweis noch: Das InMail-Kontingent ist kein Erfolgsversprechen. Ob deine Nachricht beantwortet wird, hängt am Text, nicht am Paket. Wie du die Antwortquote hebst, steht in unserem Beitrag zu LinkedIn-InMails und Antwortquoten.
Häufige Fragen zu LinkedIn Recruiter und den Kosten
Was kostet LinkedIn Recruiter?
LinkedIn nennt keinen öffentlichen Preis für Recruiter (Corporate). Laut Produktseite variieren die Preise je nach Unternehmensgröße und Anzahl der Lizenzen; du bekommst ein Angebot über den Vertrieb. Stand: 19. September 2026.
Was kostet LinkedIn Recruiter Lite?
Auch für Recruiter Lite steht auf den öffentlichen Seiten kein Betrag. Den aktuellen Preis in deiner Währung siehst du, wenn du auf der Recruiter-Lite-Produktseite auf „Jetzt kostenlos ausprobieren“ klickst und eingeloggt zur LinkedIn-Produktübersicht weitergeleitet wirst.
Wie viele InMails habe ich in Recruiter Lite?
30 InMails pro Lizenz und Monat. Einkaufs- und Admin-Konten können in 10er-Paketen bis zu 70 weitere pro Platz kaufen; die Obergrenze liegt bei 120 InMails pro Platz und Monat. Gekaufte Credits verfallen nicht, gelten aber kontoweit.
Was ist der Unterschied zwischen Recruiter Lite und Recruiter?
Recruiter Lite reicht bis zu Kontakten 3. Grades, gibt dir 30 InMails pro Monat, Standard-Analysen und ein Team von bis zu fünf Personen. Recruiter bietet laut LinkedIn unbegrenzte Nachrichten pro Lizenz, über 40 erweiterte Suchfilter, erweiterte Analysen und Integrationen mit Bewerbermanagementsystemen.
Brauche ich Recruiter, wenn ich schon LinkedIn Premium habe?
Premium und Recruiter sind verschiedene Produkte. Premium erweitert dein persönliches Profil, Recruiter ist eine eigene Oberfläche für Suche, Projekte und Kandidatenansprache mit getrenntem Postfach. Wer regelmäßig aktiv sucht und anspricht, kommt mit Premium allein nicht weit.



